
die körperliche Wirkung
Nach einem Waldbad fühlen wir uns rundum wohl. Warum eigentlich?
Schon Hildegard von Bingen war von der „Grünkraft“ der Pflanzen überzeugt. Aber nicht nur der Verzehr von Heilpflanzen wirkt auf unseren Körper. Wir Menschen haben uns im Wald zu jenem biologischen Wesen entwickelt, welches wir jetzt sind.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass unser Körper auf die natürlichen Reize des Waldes reagiert. In der Literatur sind diese stofflichen Reaktionen als Biophilia-Effekt beschrieben. Wir alle wissen, dass der erhöhte Sauerstoffgehalt in der Luft jeder einzelnen Zelle unseres Körpers zugutekommt.
Doch der Wald kann noch mehr! In Japan ist Waldbaden sogar eine staatlich unterstützte Gesundheitsmaßnahme. Sowohl als Prävention als auch als Begleitmaßnahme bei der Behandlung von typischen Zivilisationskrankheiten kann Waldbaden sehr hilfreich sein. Dem Bluthochdruck, erhöhten Blutzuckerspiegel, erhöhtes Herzinfarktrisiko oder Burnout als koplexes Phänomen wird entgegengewirkt.*
Was geschieht mit unserem Körper?
Alle Pflanzen des Waldes senden chemische Stoffe aus, die sogenannten Terpene. Diese Duftstoffe werden von den Bäumen zur Selbstverteidigung eingesetzt, zur Heilung von Verletzungen sowie zur Kommunikation mit den benachbarten Pflanzen. Auch unser menschliches Immunsystem kann diese chemischen Stoffe entschlüsseln. Über die Atemluft gelangen die Terpene in unseren Blutkreislauf, wo sie an unterschiedlichen Stellen verschiedene Prozesse auslösen.
Der Entspannungsnerv (Vagus) unseres vegetativen Nervensystems wird durch die Waldatmosphäre angeregt. Beruhigung und Regeneration kann stattfinden.
Den Abbau von Stresshormonen kann der Wald signifikant unterstützen.
Ein Waldaufenthalt regt die Ausschüttung des sogenannten „Herzschutzhormons“ (DHEA) an, welches u.a. an
der Regulierung des Blutzuckerspiegels beteiligt ist,
die Entspannung der Blutgefäße unterstützt und auch
die Gefahr der Entstehung von Blutgerinnsel reduziert.
Und zu guter Letzt wird das Immunsystem positiv von den eingeatmeten Terpenen beeinflusst. Unsere Immunabwehr besteht unter anderem aus natürlichen Killerzellen, die in der Lage sind, kranke oder abnorme Zellen zu erkennen und abzutöten. Laut Studien kann ein Tagesaufenthalt im Wald die natürlichen Killerzellen im Blut um bis zu 40% steigern. Dieser Effekt kann bis zu zwei Wochen anhalten!
All das, ohne irgendetwas tun zu müssen!
Worauf warten wir noch? Ab in den Wald!
*Waldbaden kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.